Nachdem bereits gefälschte Insolvenz-E-Mails im Namen großer Kanzleien kursierten – etwa bei der angeblichen „Düsseldorfer Insolvenz Kanzlei Rausch“ oder zuletzt bei Nachrichten im Namen der Wirtschaftskanzlei Noerr – taucht derzeit eine weitere Variante dieser Betrugsmasche auf.
Dieses Mal nutzen die Täter den Namen der bekannten Insolvenzkanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte.
Angebliche Insolvenzverwertung per E-Mail
Empfänger erhalten eine E-Mail, die scheinbar von der Kanzlei stammt und ein „aktuelles Verwertungsangebot“ aus einem Insolvenzverfahren ankündigt.
In der Nachricht wird behauptet, es würden 119 Artikel aus acht Warengruppen zur freihändigen Veräußerung angeboten. Interessenten sollen die Details einem beigefügten Katalog entnehmen.
Die angebotenen Warengruppen umfassen laut E-Mail unter anderem: Fahrzeuge
Baugeräte und Werkzeuge
Baumaschinen
Anlagegold
Wärmepumpen
Computer und IT
Elektronik
Solar- und Energieprodukte
Zusätzlich wird in der E-Mail angeboten, einen Besichtigungstermin zu vereinbaren oder den Warenbestand als Excel-Datei zu erhalten.
Abgeschlossen wird die Nachricht mit der Signatur eines angeblichen Absenders:
Dr. Michael Jaffé
JAFFÉ Rechtsanwälte PartG mbB
Westhafenplatz 6
60327 Frankfurt am Main
Tatsächlich existiert die Kanzlei
Die Besonderheit dieser Masche: Die Täter nutzen erneut den Namen einer real existierenden Kanzlei, um Vertrauen zu erzeugen.
Die Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte ist eine bekannte deutsche Kanzlei, die sich unter anderem auf Insolvenzverwaltung und Sanierung spezialisiert hat.
Der in der E-Mail genannte Name Michael Jaffé gehört ebenfalls zu einem realen Insolvenzverwalter und Namenspartner der Kanzlei.
Gerade diese echten Namen und Adressen sollen den Eindruck einer legitimen Nachricht erwecken.
JAFFÉ warnt selbst vor den Betrugs-Mails
Die Kanzlei hat inzwischen selbst öffentlich vor der Masche gewarnt (Link zum Beitrag).
Nach Angaben von JAFFÉ versenden unbekannte Dritte derzeit E-Mails, die sich fälschlich als Nachrichten der Kanzlei ausgeben und teilweise sogar Namen realer Anwälte oder Partner verwenden.
Die Täter nutzen dabei Domains wie etwa:
jaffepartner.de
jaffe-anwaelte.de
Diese Domains gehören nicht zur Kanzlei – die offizielle Internetadresse lautet ausschließlich jaffe-rae.de.
“Unsere Kanzlei betreibt keinen Handel mit Gegenständen aus Insolvenzmassen und versendet keine entsprechenden Werbeangebote.”
Auffällige Parallelen zu früheren Betrugsfällen
Die aktuell kursierende Mail zeigt starke Ähnlichkeiten zu bereits bekannten Betrugsversuchen, über die wir bereits berichtet haben: angebliche Insolvenzverwertung per E-Mail
Auflistung zahlreicher hochwertiger Produkte
Verweis auf einen angeblichen „Katalog“ im Anhang
Verwendung realer Kanzleinamen und Anwälte
teilweise neu erstellte Websites mit KI-generierten Inhalten
Auch in den früheren Fällen – etwa bei der angeblichen „Düsseldorfer Insolvenz Kanzlei Rausch“ oder bei gefälschten E-Mails im Namen von Noerr – ging es letztlich darum, Vorauszahlungen für angebliche Insolvenzware zu erhalten.
Fazit von Rechto.de
Die neue Fake-Mail im Namen von JAFFÉ Rechtsanwälte zeigt erneut, wie professionell Betrüger inzwischen vorgehen.
Immer häufiger werden real existierende Kanzleien, echte Anwälte und sogar korrekte Adressen verwendet, um E-Mails glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Empfänger sollten daher besonders vorsichtig sein, wenn plötzlich angebliche Insolvenzverwertungen mit günstigen Angeboten per E-Mail beworben werden. In vielen Fällen handelt es sich um nichts anderes als einen weiteren Betrugsversuch.
