{"id":21457,"date":"2026-05-13T21:50:05","date_gmt":"2026-05-13T21:50:05","guid":{"rendered":"https:\/\/rechto.de\/?p=21457"},"modified":"2026-05-13T21:50:07","modified_gmt":"2026-05-13T21:50:07","slug":"dsgvo-schadensersatz-wann-sie-als-betroffener-eine-entschadigung-verlangen-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rechto.de\/en\/dsgvo-schadensersatz-wann-sie-als-betroffener-eine-entschadigung-verlangen-konnen\/","title":{"rendered":"DSGVO-Schadensersatz: Wann Sie als Betroffener eine Entsch\u00e4digung verlangen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"21457\" class=\"elementor elementor-21457\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-53770c0 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"53770c0\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9ced440 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9ced440\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Seit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 hat sich das Datenschutzrecht in Deutschland grundlegend ver\u00e4ndert. Verbraucherinnen und Verbraucher haben heute ein scharfes Schwert in der Hand: Bei Verst\u00f6\u00dfen gegen die DSGVO steht ihnen ein eigenst\u00e4ndiger Anspruch auf Schadensersatz zu \u2013 und zwar nicht nur bei finanziellen Verlusten, sondern auch bei rein immateriellen Sch\u00e4den. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann Sie Geld verlangen k\u00f6nnen, welche Voraussetzungen erf\u00fcllt sein m\u00fcssen und welche Summen Gerichte bereits zugesprochen haben.<\/p><h5>Die rechtliche Grundlage: Artikel 82 DSGVO<\/h5><p>Der zentrale Hebel f\u00fcr jeden Schadensersatzanspruch ist Artikel 82 Absatz 1 DSGVO. Danach hat jede Person, der durch einen Versto\u00df gegen die Verordnung ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, einen Anspruch auf Ausgleich gegen das verantwortliche Unternehmen oder den Auftragsverarbeiter. Bemerkenswert ist dabei vor allem die ausdr\u00fcckliche Erw\u00e4hnung des immateriellen Schadens. Vor der DSGVO war es in Deutschland nur in engen Grenzen m\u00f6glich, f\u00fcr nicht-finanzielle Beeintr\u00e4chtigungen Geld zu verlangen \u2013 die DSGVO hat hier eine erhebliche Erweiterung gebracht.<\/p><p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 14. Dezember 2023 klargestellt, dass der Begriff des immateriellen Schadens weit auszulegen ist. Erfasst sind danach auch Bef\u00fcrchtungen \u00fcber den Verlust der Kontrolle \u00fcber die eigenen Daten sowie die Sorge vor einer m\u00f6glichen missbr\u00e4uchlichen Nutzung. Damit liegt die H\u00fcrde f\u00fcr Betroffene deutlich niedriger als im klassischen Schmerzensgeldrecht.<\/p><h5>Die drei zentralen Voraussetzungen<\/h5><p>Damit ein Anspruch auf Schadensersatz nach der DSGVO entsteht, m\u00fcssen drei Bedingungen zusammenkommen. Erstens muss ein Versto\u00df gegen die Verordnung vorliegen, also etwa eine unberechtigte Datenverarbeitung, eine fehlende Einwilligung oder unzureichende technische und organisatorische Sicherheitsma\u00dfnahmen. Zweitens muss ein konkreter Schaden eingetreten sein sei es ein wirtschaftlicher Nachteil oder eine immaterielle Beeintr\u00e4chtigung wie Stress, Angst oder Kontrollverlust. Drittens muss zwischen Versto\u00df und Schaden ein kausaler Zusammenhang bestehen, der Schaden also gerade durch die Pflichtverletzung des Verantwortlichen ausgel\u00f6st worden sein.<\/p><h5>Welche Summen sprechen Gerichte zu?<\/h5><p>Die Spannweite der zugesprochenen Schadensersatzbetr\u00e4ge ist gro\u00df und h\u00e4ngt vom Einzelfall ab. Folgende Konstellationen sind in der bisherigen Rechtsprechung besonders h\u00e4ufig anzutreffen:<\/p><ul><li>Unberechtigte oder fehlerhafte SCHUFA-Eintr\u00e4ge: zwischen 500 und 5.000 Euro<\/li><li>Datenlecks bei Finanzdienstleistern mit Abfluss von Konto- und Ausweisdaten: 1.200 bis 2.500 Euro<\/li><li>Werbe-E-Mails ohne vorherige Einwilligung: meist drei- bis niedrige vierstellige Betr\u00e4ge<\/li><li>Verlust der Kontrolle \u00fcber pers\u00f6nliche Daten in sozialen Netzwerken: 200 bis 750 Euro<\/li><\/ul><p>Diese Betr\u00e4ge sind keine starre Tabelle, sondern Anhaltspunkte. Entscheidend bleiben Schwere, Dauer und Intensit\u00e4t des Versto\u00dfes sowie die pers\u00f6nlichen Folgen f\u00fcr die betroffene Person.<\/p><h5>Typische Fallkonstellationen aus der Praxis<\/h5><p>In den vergangenen Jahren haben deutsche Gerichte zahlreiche Konstellationen entschieden, die f\u00fcr Betroffene von Bedeutung sind. Dazu z\u00e4hlen Datenpannen bei gro\u00dfen Onlineplattformen, das sogenannte Scraping bei Facebook und Instagram, fehlerhafte Meldungen an Wirtschaftsauskunfteien sowie Datenweitergaben innerhalb von Konzernen ohne ausreichende Rechtsgrundlage. Auch im Arbeitsverh\u00e4ltnis kommt es regelm\u00e4\u00dfig zu Verst\u00f6\u00dfen, etwa wenn der Arbeitgeber sensible Gesundheitsdaten ohne Erforderlichkeit weitergibt.<\/p><p>F\u00fcr die erfolgreiche Durchsetzung kommt es entscheidend auf eine saubere Dokumentation an. Wer betroffen ist, sollte Screenshots, Mitteilungen \u00fcber Datenpannen und Korrespondenz mit dem Unternehmen sorgf\u00e4ltig aufbewahren. Auskunftsersuchen nach Artikel 15 DSGVO sind ein wirksames Mittel, um den Sachverhalt aufzukl\u00e4ren, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.<\/p><h5>Verj\u00e4hrung beachten<\/h5><p>Schadensersatzanspr\u00fcche nach der DSGVO unterliegen der regelm\u00e4\u00dfigen Verj\u00e4hrungsfrist von drei Jahren ab Kenntnis des Versto\u00dfes und der Person des Verantwortlichen. Wer also zu lange wartet, riskiert den Verlust seiner Rechte. Eine zeitnahe Pr\u00fcfung ist daher dringend zu empfehlen.<\/p><h5>Fazit von Rechto.de<\/h5><p>Die Rechtslage spielt Betroffenen in vielen F\u00e4llen klar in die Karten \u2013 doch die Durchsetzung der eigenen Anspr\u00fcche ist im Alltag h\u00e4ufig komplex und f\u00fcr juristische Laien kaum zu bew\u00e4ltigen. Genau hier setzen wir an: Rechto.de unterst\u00fctzt Sie bei der Durchsetzung Ihrer DSGVO-Schadensersatzanspr\u00fcche von der ersten Einsch\u00e4tzung bis zur au\u00dfergerichtlichen oder gerichtlichen Geltendmachung. Wir arbeiten ausschlie\u00dflich erfolgsbasiert \u2013 das bedeutet f\u00fcr Sie: keine Vorkosten, kein finanzielles Risiko. Nur wenn wir f\u00fcr Sie etwas erreichen, f\u00e4llt eine Verg\u00fctung an. Lassen Sie Ihren Fall jetzt kostenlos pr\u00fcfen.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 hat sich das Datenschutzrecht in Deutschland grundlegend ver\u00e4ndert. Verbraucherinnen und Verbraucher haben heute ein scharfes Schwert in der Hand: Bei Verst\u00f6\u00dfen gegen die DSGVO steht ihnen ein eigenst\u00e4ndiger Anspruch auf Schadensersatz zu \u2013 und zwar nicht nur bei finanziellen Verlusten, sondern auch bei rein immateriellen Sch\u00e4den. 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